Kuba, überraschend anders

Im Landeanflug auf Varadero sehe ich wie herrlich grün die Insel ist und bin schon sehr darauf gespannt, was mich erwartet.

Schon wenn man aus dem Flughafen kommt, sieht man die wunderschönen Oldtimer in bunten Farben. Einen Katalysator haben sie nicht, aber dafür viel Charme. Zigarrenrauchende Kubaner sind auch nicht zu übersehen. Varadero liegt auf der Halbinsel Hicacos im Nordwesten Kubas, im atlantischen Ozean. Hier findet man wunderschöne Strände und Hotels auf der einen Seite und auf der anderen Seite der Landzunge wurden Wasserstrassen angelegt, damit Boote und Yachten in Häfen festmachen können. Es gibt ein kleines Ortszentrum mit einem kleinen Markt, verschiedene Bars und Geschäfte. So stolz wie die Kubaner auf Ihre Zigarren sind, so stolz sind sie auch auf ihren Rum und der wird in Varadero in der Casa del Ron verkauft und ausgeschenkt.


Alles ist in Holz gehalten und die Regale stehen voll mit kubanischem Rum.Besonders stolz ist man auf eine Flasche mit 50 Jahre altem Rum, der hinter einer Glasscheibe aufbewahrt wird. Die Menschen sind unwahrscheinlich freundlich, man fühlt sich willkommen. Für mich geht es mit dem Bus weiter nach Havanna. Wir fahren durch Matanzas, eine Hafenstadt zwischen Varadero und Havanna. Zwei Flüsse fließen durch die Stadt, der Rio San Juan und der Rio Yumuri. Daher gibt es in Matanzas viele schöne alte Brücken. Die Häuser sind wie so oft in der Karibik bunt bemalt, doch der Putz bröckelt von den Häusern ebenso wie von den alten Brücken. Auf der Autobahn fahren wir weiter und ich kann nicht fassen was ich dort sehe. An den Zufahrten, Brücken und am Straßenrand stehen Menschen in großen Gruppen, die darauf warten, dass sie mitgenommen werden. Es kann passieren, dass sie dort stundenlang stehen bis ein Auto sie mitnimmt oder ein leerer LKW. Die Ladefläche ist dann voll mit Menschen und man hofft, dass nichts passiert!

Auf unserer Weiterfahrt kommen wir vorbei an Jibacoa, dort kann man sehr gut schnorcheln, da ein Riff vorgelagert ist. Kurz darauf fahren wir über Kubas längste Brücke, ca. 300 m, hier befindet sich der Aussichtspunkt Mirador de Bacunayagua. Man sollte es nicht versäumen dort anzuhalten um den Ausblick zu genießen. Auf der einen Seite sieht man das Meer, auf der anderen Seite ein Palmental und wenn man Glück hat sind Kubaner mit ihren Musikinstrumenten vor Ort und spielen typisch kubanische Lieder, von ihrem Comandante, Fidel Castro. Dort gibt es aber auch noch angeblich die beste Pina Colada von ganz Kuba. Natürlich habe ich sie probiert und sie ist wirklich sehr lecker, denn sie wird ausschließlich aus frischen Zutaten zubereitet.

Weiter geht es nach Havanna, wir fahren direkt zum Malecon, der Prachtstrasse von Havanna, die ans Ufer des Atlantiks grenzt. Auf der anderen Straßenseite stehen alte Häuser am Straßenrand, wenige sind wunderschön restauriert, die meisten jedoch sind dem Verfall preisgegeben. Dennoch wohnen Menschen in diesen Ruinen und sie sind wie alle Kubaner, die ich bisher gesehen habe, lebensfroh und freundlich.

In Havanna sollte man nicht versäumen den Platz der Revolution zu besichtigen, dort fand die Revolution ihren Anfang. Fidel Castro hat dort zu seinem Volk gesprochen. Von ihm ist eine übergroßes Bild an einer Hochhausfassade angebracht und man hat das Gefühl er ist immer und überall gegenwärtig.

Der Platz der Kathedrale liegt in Alt Havanna und auch ihn sollte man sich unbedingt ansehen. Auf diesem Platz kann man Abends wunderbar in einer Bar im freien sitzen, etwas trinken und der kubanischen Musik zuhören, die selbstverständlich nicht vom Band kommt und zum Tanzen einlädt. Die Bodeguita del Medio, Hemingways Stammkneipe sollte man sich ebenfalls ansehen und wenn man möchte, so wie er einen Mojito trinken. Für ein paar Pesos kann man sich dort neben bekannten Persönlichkeiten an der Wand verewigen. In Havanna sieht man ständig Oldtimer, zum Teil sehr gut erhalten, und man spürt, dass die Fahrer sehr stolz auf die Wagen sind.

Auf den Strassen von Havanna sind aber nicht nur Autos unterwegs, es gibt auch noch die Coco Locos. Manche denken dabei vielleicht an einen Cocktail, aber es handelt sich um eine Art Rikscha mit Motor und damit man nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist, sitzt man wie in einer Muschel und kann sich so durch Havanna fahren lassen. Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Vinales, ein Tal im Nordwesten von Kuba. Doch vorher statten wir noch einer Zigarrenfabrik einen Besuch ab. Hier kann man den Zigarrendreherinnen bei der Arbeit zusehen, fotografieren ist jedoch strengstens verboten.

Man sieht die verschiedenen Abläufe bei der Herstellung der Zigarren und man versteht, warum eine Zigarre, die von Hand hergestellt wurde, nicht ganz günstig zu erwerben ist. Aber jetzt geht es nach Vinales, ein grünes Tal mit Kaffeeplantagen und Tabakpflanzen. Die Hügel sehen aus wie Elefantenrücken.

Auf der Fahrt durch wunderschöne Landschaften begegnen uns wieder Lastwagen deren Ladefläche voll mit Menschen ist. Weiter geht es nach Pinar del Rio, dort lernen wir eines der größten Höhlensysteme der Welt kennen, die Cuevas de los Indios. Bei einer Bootsfahrt auf einem unterirdischen Fluss erleben wir diese hautnah.
Für mich ist es ein besonderes Erlebnis, diese Seiten von Kuba kennen zu lernen, nie hätte ich diese unterschiedlichen Landschaften und Höhlen dort erwartet. Die Insel ist noch nicht so touristisch geprägt, man findet immer noch Orte die sich ihren Charme von früher bewahrt haben.

Sehr beeindruckt haben mich auch die Freundlichkeit und der Stolz der Kubaner. Nun habe ich nur einen kleinen Teil Kubas gesehen und hoffe, dass ich irgendwann auch noch den Osten der Insel sehen und erleben kann.

Charlotte Allgeier

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